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1. Welche ist die
pharmakologisch wirksame Komponente der Mistel?
Die für die Krebstherapie wirksamen Substanzen der Mistel sind vor
allem eine Gruppe von Lektinen, ML-1, ML-2 und ML-3. Die Aktivität
der körpereigenen Killerzellen wird erhöht und die Anzahl
aktivierter Lymphozyten gesteigert. Diese Zellen spielen in der
Krebsabwehr eine große Rolle.
2. Wann sollte eine Therapie mit dem Hauptwirkstoff aus der
Mistel bei Krebserkrankungen begonnen werden?
Eine Therapie mit dem Hauptwirkstoff aus der Mistel sollte möglichst
sofort nach Diagnosestellung begonnen werden, da die immunstärkende
und immunmodulierende Wirkung die körpereigenen Abwehrkräfte gegen
den Tumor aktiviert und Tumorbeschwerden mildert. Die negative
Beeinflussung des Immunsystems durch körperlichen und seelischen
Streß vor einer Operation kann durch die Gabe von Mistelwirkstoff
verringert werden. Nach der Operation kann eine Streuung
möglicherweise noch vorhandener Krebszellen durch die Stärkung der
körpereigenen Abwehrkräfte verhindert werden.
3. Kann der Einsatz eines auf Lektine normierten
Mistelpräparates Operation, Chemo- oder Strahlentherapie ersetzen?
Nein, auf Lektine normierte Mistelpräparate werden zur
unterstützenden Immuntherapie verabreicht. Neueste
Forschungsergebnisse zeigen in Laboruntersuchungen, daß der
Hauptwirkstoff aus der Mistel auch direkt Krebszellen abtöten oder
eliminieren kann (Apoptose). Inwieweit diese Wirkung schon bei einer
optimal immunmodulatorischen Dosis zum Tragen kommt, wird derzeit
erforscht.
4. Welche Wirkung hat die Therapie mit dem Hauptwirkstoff aus
der Mistel?
Die Therapie mit dem Hauptwirkstoff aus der Mistel vermindert den
körperlichen und seelischen Streß vor operativen Eingriffen. Nach
der Operation ist sie entweder die einzige Therapie oder sie wird
ergänzend zu einer Strahlen- oder Chemotherapie eingesetzt, um die
dadurch auftretende Schwächung des Immunsystems zu mildern. Sie
vermindert die auftretenden Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit,
Übelkeit, Abnahme der Leukozyten.
Ein auf Lektine normiertes Mistelpräparat kann auch bei Krebskranken
im fortgeschrittenen Stadium eingesetzt werden, da es die Produktion
der körpereigenen Endorphine ("Glückshormone") steigert und damit
die Tumorschmerzen lindert. Die Lebensqualität des Kranken wird
verbessert, das Allgemeinbefinden positiv beeinflußt.
5. Wie wird die Therapie mit dem Wirkstoff aus der Mistel
durchgeführt?
Das Präparat wird unter die Haut (subkutan) injiziert und zwar
mindestens drei Monate lang, zwei mal wöchentlich. Nach einer
einmonatigen Therapiepause kann die Behandlung wieder aufgenommen
werden. Aufgrund der Abläufe im Körper ist der beste Zeitpunkt für
die Injektion vormittags vor zehn Uhr, wobei diese durch den Arzt,
aber auch durch den Patienten selbst oder durch eine Person des
Vertrauens, die vom Arzt unterwiesen wurde, vorgenommen werden kann.
6. Ist bei einer Therapie mit einem der Hauptwirkstoffe aus der
Mistel mit Nebenwirkungen zu rechnen?
Präparate mit einem der Hauptwirkstoffe aus der Mistel werden im
allgemeinen gut vertragen. In seltenen Fällen können Nebenwirkungen
auftreten wie Kreislaufbeschwerden (Schwindelgefühl beim Aufstehen,
Senkung des Blutdrucks), Kopfschmerzen, Atembeschwerden, allergische
Reaktionen (Allergietest vor der Therapie), Hautrötungen. Aufgrund
der Stimulierung des Immunsystems kann es zu Schüttelfrost und hohem
Fieber kurz nach der Injektion kommen.
7. Wie hoch soll ein auf Lektine normiertes Mistelpräparat
dosiert werden?
Die Dosierung kann nach neuesten Studienergebnissen einheitlich und
damit einfach in der Anwendung vorgenommen werden. Eine Dosisfindung
am Patienten ist nicht erforderlich. Früher war es wegen der
Stoffeigenschaften von Mistelpräparaten schwierig, eine konstante
Wirkstoffmenge in den Ampullen zu erhalten. Mittlerweile ist es
gelungen, ein Präparat zu entwickeln, das immer die gleiche
Wirkstoffaktivität besitzt.
8. Wie lange kann eine Therapie mit dem Hauptwirkstoff aus der
Mistel durchgeführt werden?
Eine Therapie mit dem Hauptwirkstoff der Mistel ist in aller Regel
eine Dauertherapie, die bei guter Verträglichkeit über einen langen
Zeitraum durchgeführt werden kann. Ist nach fünf Jahren kein neuer
Tumor aufgetreten, kann die Therapie abgesetzt werden. Ebenso, wenn
der behandelnde Arzt eine deutliche Verbesserung des
Allgemeinbefindens oder einen Rückgang der Infektanfälligkeit
feststellt.
9. Wie äußert sich die gewünschte Wirkung?
Anfangs kann bei der Therapie mit einem Mistelwirkstoff eine leicht
erhöhte Körpertemperatur auftreten, die jedoch 0,5 - 1° C nicht
überschreitet und auf ein Anschlagen der Behandlung hinweist. Ferner
bessern sich das Allgemeinbefinden und die seelische Verfassung. Der
Patient nimmt auch an Körpergewicht zu.
10. Wann sollte ein auf Lektine normiertes Mistelpräparat nicht
gegeben werden?
Ein auf Lektine normiertes Mistelpräparat ist bei Krebserkrankungen
mit soliden Tumoren indiziert. Bei malignen Erkrankungen des Blut-
und Lymphsystems (Leukämie, Morbus Hodgkin) sollte eine Anwendung
nur nach ärztlicher Empfehlung und unter engmaschiger Kontrolle
erfolgen. Gegenanzeigen für auf Lektine normiertes Mistelpräparat
sind: Überempfindlichkeiten gegen Eiweiße oder Wirkstoffextrakte aus
der Mistel sowie chronisch-fortschreitende Infektionen wie
Tuberkulose. Während Schwangerschaft und Stillzeit sollte ein
Mistelwirkstoff nicht angewandt werden, sowie bei Kindern unter
zwölf Jahren.
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