
Im Referat wird ein
Konzept für die onkologische Betreuung in einer
allgemein-medizinischen Praxis mit naturheilkundlichem
Schwerpunkt in Berlin dargestellt. Pro Quartal werden etwa 50-
100 Patienten mit bösartigen Erkrankungen betreut.
Viele Patienten interessieren sich für unterstützende Verfahren,
die sie zusätzlich zu den klassischen Verfahren in der
Tumorbehandlung (Operation, Bestrahlung und Chemotherapie)
einsetzen können. Darunter werden insbesondere Ernährungsfragen,
Vitamine oder spezielle Therapien mit Thymus- oder
Mistelpräparaten verstanden. Fallbeispiele machen deutlich, dass
das aktive Umgehen mit der Krankheit eine immense Bedeutung für
den Patienten darstellt. Wichtig ist auch, dass von Beginn an
eine Offenheit zwischen Arzt und Patient besteht. Bezogen auf
die Misteltherapie ist es auch wichtig, dass dadurch nicht
andere Therapien unterlassen werden, und dass die Mistel kein
Wundermittel ist.
Durch die Entwicklung eines auf Lektine normierten
Mistelpräparates steht aber nunmehr auch dem Arzt eine rationale
Therapie zur Verfügung, die sehr viel einfacher durchzuführen
ist, als es mit bisherigen Präparaten der Fall war. Nach
individueller Dosisermittlung erhält der Patient zwei mal
wöchentlich eine Injektion unter die Haut, so dass der für die
Wirkung wesentliche Lektingehalt nachvollziehbar appliziert
werden kann. Neben einer Reihe von spezifischen Prozessen am
Immunsystem, die allgemein als biologische "Tumorabwehr"
zusammengefasst werden können, steigert sich die Befindlichkeit
des Patienten.
Wie Untersuchungen gezeigt haben, stellt sich dieser Effekt
bereits nach einigen Wochen ein und lässt sich auch über einen
Zeitraum von drei Monaten mit steigender Tendenz nachweisen.
Dieses "Mehr" an Lebensqualität hat dann auch ein "Mehr" an
Lebensquantität zur Folge, wie Untersuchungen in den USA gezeigt
haben.
Zusammenfassend ist also zu fordern, dass die immer noch
weitgehend diagnostisch orientierte, passive Nachsorge von
Krebspatienten durch eine ganzheitliche Nachbehandlung ergänzt
werden sollte. Motivation und aktives Umgehen mit der Erkrankung
sind für den Patienten und dessen Lebensqualität wesentlicher
als ärztliche Anordnung und passives Abwarten.
Verfasser: Dr. Laudahn, Berlin